Akne oder Rosazea?


Woran man den Unterschied erkennt

Rötungen im Gesicht, Pickel, unreine Haut - beides kann nach Akne aussehen. Doch was wie Akne wirkt, kann Rosazea sein. Und was nach Rosazea aussieht, könnte Akne im Erwachsenenalter sein. Das Problem: Wer das eine mit Mitteln für das andere behandelt, verschlimmert seinen Befund im schlechtesten Fall erheblich. Die richtige Diagnose ist deshalb keine Kleinigkeit, sie ist der Ausgangspunkt für jede wirksame Therapie.

Der wichtigste Unterschied auf einen Satz: Akne entsteht durch Talgdrüsen und Bakterien und zeigt typische Mitesser. Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung ohne Mitesser, aber mit Dauerhaftrötungen, brennender Haut und sichtbaren Äderchen.

Was ist Akne und wie entsteht sie?

Akne ist die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Sie entsteht, wenn sich Talg und abgestorbene Hautzellen in den Poren stauen. Das ist ein idealer Nährboden für das Bakterium Cutibacterium acnes. Die Folge: Mitesser, Pusteln, Papeln und im schwereren Verlauf tiefe Zysten, die Narben hinterlassen können.

 

Akne tritt vor allem in der Pubertät auf, wenn hormonelle Veränderungen die Talgproduktion ankurbeln. Doch auch Erwachsene, hier sind es häufig Frauen, können an Akne leiden. Ausgelöst wird diese durch Stress, hormonelle Schwankungen, bestimmte Kosmetikprodukte oder Medikamente.

 

Das erkennende Merkmal: Mitesser. Mitesser sind ein klares Zeichen für Akne. Das gilt sowohl für offene Mitesser (Blackheads) als auch für geschlossene Mitesser (Whiteheads). Bei Rosazea treten diese nicht auf.

 

Was ist Rosazea und wen betrifft sie?

Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut, die in Schüben verläuft und sich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr erstmals zeigt. Betroffen sind häufiger Frauen als Männer, besonders Menschen mit hellem Hauttyp.

 

Typisch für Rosazea sind zentrale Gesichtsrötungen, die zunächst nur nach Alkohol, Hitze oder Schärfe auftreten – mit der Zeit aber dauerhaft bestehen bleiben. Hinzu kommen sichtbare kleine Blutgefäßchen (Teleangiektasien), ein Brennen oder Stechen der Haut und in fortgeschrittenen Stadien entzündliche Knötchen, die leicht mit Akne verwechselt werden.

 

Das erkennende Merkmal: keine Mitesser, dafür symmetrische Rötungen die sich auf Nase, Wangen und Kinn konzentrieren, der sogenannte Schmetterlings-Bereich des Gesichts.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Merkmal Akne Rosazea
Mitesser Ja – charakteristisch Nein – nie
Alter bei Erstauftreten Meist Pubertät (12–20 J.) Meist 30–50 Jahre
Ursache Talg, Bakterien, Hormone Chronisch-entzündlich, Trigger-abhängig
Rötungen Lokal um Pickel Flächig, symmetrisch, zentral
Sichtbare Äderchen Nein Häufig (Teleangiektasien)
Trigger Stress, Hormone, Kosmetik Alkohol, Hitze, Sonne, Schärfe
Heilbar? Ja – mit der richtigen Therapie Nicht heilbar, aber gut kontrollierbar

Warum die Verwechslung so gefährlich ist

Viele Patienten behandeln sich zunächst selbst mit frei verkäuflichen Akneprodukten die Benzoylperoxid, Salicylsäure oder Retinoide enthalten. Bei Akne ist das sinnvoll. Bei Rosazea kann es die Erkrankung massiv verschlechtern: Die Haut reagiert empfindlich auf viele dieser Wirkstoffe, die Barriere wird gestört, Entzündungen nehmen zu.

 

Umgekehrt gilt: Wer Rosazea-Rötungen mit falschem Abdeckmittel kaschiert oder mit Peelings behandelt, tut seiner Haut ebenfalls keinen Gefallen.

⚠ Wichtig: Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Akne oder Rosazea handelt – und das ist häufiger der Fall als man denkt – ist eine dermatologische Diagnose der einzig sichere Weg. Beide Erkrankungen lassen sich im fortgeschrittenen Stadium mit bloßem Auge nicht mehr eindeutig voneinander trennen.

In unserer Praxis in Pinneberg bieten wir sowohl eine spezielle Aknesprechstunde als auch die Rosazea-Behandlung an - für Jugendliche und Erwachsene. Wir sind gut erreichbar aus Elmshorn, Rellingen, Schenefeld und Hamburg-West.

 


Häufige Fragen zu Akne und Rosazea

Was ist der Unterschied zwischen Akne und Rosazea?

Akne entsteht durch übermäßige Talgproduktion und Bakterien, zeigt typische Mitesser und tritt vor allem in der Pubertät auf. Es kann aber auch Erwachsene betreffen. Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, betrifft vor allem Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren, zeigt keine Mitesser, dafür aber Dauerhaftrötungen, sichtbare Äderchen, Brennen und Hitzegefühl im Gesicht. Selbstbehandlung mit Akneprodukten kann Rosazea erheblich verschlechtern. Klarheit bringt eine dermatologische Untersuchung.

 

Ab wann sollte ich wegen Akne zum Hautarzt?

Wir empfehlen einen Hautarztbesuch sobald freiverkäufliche Produkte nach vier bis sechs Wochen keine Wirkung zeigen, die Akne entzündlich oder schmerzhaft wird, Narben entstehen oder das Selbstwertgefühl spürbar leidet. Je früher eine ausgeprägte Akne professionell behandelt wird, desto geringer das Risiko bleibender Narben. In unserer Praxis in Pinneberg bieten wir spezielle Aknesprechstunden an, auch für Jugendliche in unserer Teenie-Sprechstunde.

 

Kann Rosazea geheilt werden?

Rosazea ist eine chronische Erkrankung und leider ist eine vollständige Heilung derzeit medizinisch nicht möglich. Das bedeutet aber nicht, dass man damit leben muss: Mit der richtigen Therapie lassen sich Schübe deutlich reduzieren und die Symptome langfristig gut kontrollieren. Bewährte Ansätze sind topische Präparate wie Metronidazol oder Ivermectin, bei entzündlicher Rosazea orale Antibiotika und für sichtbare Äderchen die Laserbehandlung. Wichtig ist außerdem die Identifikation und Vermeidung individueller Trigger wie Sonne, Alkohol, Schärfe oder Hitze.

Dermatologie Pinneberg

Dr. med. Manuela Grelck

Fachärztin für Dermatologie, Lasermedizin, ambulantes Operieren, Ästhetische Medizin

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